Die Sopranistin Merlyn Quaife ist eine äußerst vielseitige Künstlerin. Mit großem Erfolg ist sie sowohl in Oper, Oratorium, Lied, Kammermusik und zeitgenössischen Werken in ganz Australien und Europa hervorgetreten. Als Solistin trat sie auch mit dem Singapore Symphony Orchestra und der Philharmonie Voronesz in Russland auf. Merlyn Quaife singt an allen großen australischen Opernhäusern - ihr Rollenspektrum reicht dabei vom Belcanto Lucia in Lucia di Lammermoor bis zur Minimal Music Chiang Ch'ing in Nixon in China. Sie hat Konzerte mit allen australischen Sinfonieorchestern gesungen und dabei die verschiedensten Stilrichtungen von Händel bis Ligeti abgedeckt. Ihre Plattenaufnahmen umfassen u.a. Aria for John Edward Eyre von David Lumsdaine, für die sie den Sounds Australia Award erhielt. Sie hat für die Labels Naxos, Move, Tall Poppies und ABC Classics aufgenommen.
1994 erfolgte Merlyn Quaife's USA-Debüt im Kennedy Center, Washington DC, wo sie die Titelpartie in Gordon Kerry's Medea für die Chamber Made Opera sang. Diese Rolle hat sie mit großem Erfolg in Melbourne uraufgeführt und danach auch in Sydney und Canberra gesungen. Kurz darauf sang sie die Partie auch in einer Neuproduktion der Berliner Kammeroper, die zweimal wiederaufgenommen wurde.
Neben ihren vielen Opern- und Konzertverpflichtungen ist Merlyn Quaife auch regelmäßig als Solistin in der St. Francis Church im Herzen von Melbourne zu Gast - seit Jahren kehrt sie immer wieder gerne dahin zurück.
Viel gefragt ist Merlyn Quaife als Protagonistin von Poulenc La Voix Humaine (Die menschliche Stimme), die sie oft sowohl mit Orchester wie Klavier gesungen hat. Weitere Meilensteine ihrer Laufbahn waren die 14 Sinfonie von Schostakowitsch mit dem Sydney Symphony Orchestra, Britten War Requiem mit der Berliner Capella. Sie war an der ersten australischen Bühnenaufführung von Wagners Parsifal unter der Leitung von Jeffrey Tate beteiligt, wo sie das erste Blumenmädchen sang. Beim Melbourne International Festival of the Arts sang Merlyn Quaife Schönbergs 2 Streichquartett mit dem Arditti String Quartet, beim Adelaide Festival interpretierte sie das gleiche Stück mit dem Goldner String Quartet.
Viele Werke wurden eigens für Merlyn Quaife geschrieben und ihr gewidmet - darunter Gordon Kerry Kindred Skies und Christopher Willcocks Akhmatova Stanzas.In ganz Australien war sie in der Revue Lippizzaners and the Stars zu erleben, wo sie ihre Liebe zur Musik und zum Reitsport in einem spektakulären Auftritt kombinieren konnte: sie sang die berüchtigt schwere Arie der Königin der Nacht im Reiten. Sie hat die Ehre, mit Vladimir Ashkenazy und der Sydney Symphony Orchestra aufzutreten. Sie sang Sibelius Luonnotar und Rachmaninov Die Glocken.
1995-2007 war Merlyn Quaife Leiterin des Studiengangs Gesang an der Melbourne University. Seit 2005, als Dozentin und in Konzerten im Rahmen der Lotte-Lehmann-Woche Perleberg gab Merlyn Quaife ihr Können auch erstmals an deutsche Gesangsstudenten weiter. Als Dozentin ist sie auch in Wien und der USA engagiert (2007).
Merlyn sagt...
"Als erste hat meine Lehrerin für englische Literatur an der Lakeside Highschool, Angela Hardman, meine Liebe zum Theater und zum Schauspielen geweckt. Theaterstücke wurden in ihrem Unterricht immer aufgeführt, und immer und sie gab mir immer interessante Rollen (oft waren es Männerrollen, da wir eine reine Mädchenklasse waren). Nach meinem Abschluss übertrug sie mir die Spielleitung bei den Schulaufführung und das Jahr darauf durfte ich Regie führen. Ich wählte Shakespeares Sommernachtstraum und hatte eine Traumbesetzung talentierter junger Thespier.
"Mein erster Gesangslehrer war Brian Hansford, bei dem ich als Studentin an der Melbourne University Stunden zu nehmen begann. Meine Hauptfächer damals waren Englisch Literatur und Musikgeschichte. Darauf folgte ein Aufbaustudium bei Professor Hanno Blaschke an der Münchner Hochschule, das durch eines der begehrten DAAD-Stipendien ermöglicht wurde. Mit Madame Celia Bizony habe ich darüber hinaus barocke Verzierungstechniken und -stil studiert.
"Felix Werder hatte ebenfalls großen Einfluss auf meine musikalische Entwicklung. Mehrere Jahre sang ich in seinem Ensemble Australia Felix und hier konnte ich meinen kritischen Sinn für den richtigen Ton und meine Abenteuerlust bei musikalischen Entdeckungen entwickeln. Wir reisten im Zug durch ganz Europa und die Gespräche mit Felix waren genauso wunderbar wie seine Expressführungen durch berühmte Kunstmuseen mit “Kurzaufenthalten" bei allen zentralen Werken. Ihm verdanke ich auch die Begegnung mit vielen wunderbaren Komponisten und Kollegen.
"Ich habe eine unglaublich interessante und vielseitige Karriere, lerne so viel verschiedenes Repertoire kennen und alles macht großen Spaß!
"Mein Lieblingsstück ist jeweils das, was ich gerade aufführe. Singen ist mein Lebenselixier und ich hoffe, dass ich ein Leben lang singen werde!"